So geht Zusammenhalt – Ein Besuch im Begegnungszentrum Hilda

In vielen ländlichen Räumen Sachsens gibt es nur noch wenige kulturelle, soziokulturelle Angebote, Bildungs- und Beratungsmöglichkeiten. Das wollten die Bewohnerinnen und Bewohner in der Region um Colmnitz und Klingenberg nicht zulassen. Damit das eigene Lebensumfeld attraktiv für Alt und Jung bleibt, haben die Einwohnerinnen und Einwohner beherzt die Ärmel hochgekrempelt und mit viel Eigenleistung, EU- Mitteln und Fördergeld des Freistaates Sachsen 2001 eine ehemalige Scheune zum Dorfgemeinschaftshaus ausgebaut. 

Die SPD- Bundestagsabgeordnete Susann Rüthrich besuchte am 30.8.2018 das Begegnungszentrum Hilda e. V. Colmnitz in Klingenberg. Und in der Tat. Die ausgebaute Scheune ist ein Schmuckstück im Ort geworden. 33  Mitglieder des Vereins widmen sich hier vielfältigen Projekten. Teilhabe soll ermöglicht werden im ländlichen Raum.

Dabei ist Kreativität gefragt, denn der Busfahrplan bietet nicht viel Möglichkeiten zur Mobilität und die demografische Entwicklung ist überall spürbar. Umso mehr ist es eine bewunderungswürdige Leistung, wie sich hier die Menschen umeinander kümmern. So werden 4 Mal im Jahr Seniorengeburtstagsfeiern angeboten, ein Fahrdienst dazu und die Kaffeetafel wird auch vom Verein realisiert.  Yogakurs, Bewegungskurs und entsprechende Informationsnachmittage stehen zur Auswahl. Im Kreativkurs wird in verschiedenen Gruppen getöpfert. Frau Petra Richter, Projektkoordinatorin berichtet auch von dem Angebot „Mobiles Klingenberg“, darin sollen Seniorinnen und Senioren unterstützt werden, so lange wie möglich in den eigenen vier Wänden zu leben, selbstbestimmt und selbstorganisiert. 

Aber auch Kinder können sich auf zahlreiche Freizeitangebote freuen. Ein besonderer Höhepunkt ist das jährliche Mädchencamp in den Sommerferien. Jedes Jahr bestimmt ein anderes Thema, ein anderes Land die Ferienzeit. Damit ist aber noch nicht Schluss. Das „Neunerlei-Basteln“ gibt es genauso im Begegnungszentrum wie eine Sternschnuppennacht für Kinder oder eine Übernachtung im Beduinenzelt.

Das Begegnungszentrum lebt vom Engagement des Vereins. Immer wieder neue Ideen werden umgesetzt, so auch ein KünstlerInnennetzwerk im Landkreis Sächsische Schweiz- Osterzgebirge, aufbauend auf Kontakten  aus der Wanderausstellung „Frauen hinterlassen Spuren – Leben und Beruf“. In einer kleinen Galerie sind Ausstellungen möglich.

Ein großzügiges Freigelände mit einem öffentlichen Spielplatz  gehört zum Haus. Einzelne Mitglieder des Vereins kümmern sich darüber hinaus noch um im Nachbarort untergebrachte zu uns geflüchtete Familien und helfen  bei der Integration.

Petra Richter vom Begegnungszentrum führte die Bundestagsabgeordnete durchs Haus und auch in die Töpferwerkstatt. Mehr Zeit für Projekte und die Menschen wünscht sich Frau Richter und – weniger „Papierkram“.  Helfen würde sehr, wenn es für den Verein wenigstens eine halbe Stelle für Beantragungen und Abrechnungen gäbe. Derzeit läuft alle Büroarbeit nebenher im Ehrenamt und die dort eingesetzte Zeit fehlt so für das Engagement direkt mit den Menschen. 

Susann Rüthrich: „Die engagierte, ehrenamtliche Arbeit der Vereinsmitglieder hat mich sehr beeindruckt. Hier ist es gelungen, auch mit Hilfe von vorbildlicher Netzwerkarbeit, das dörfliche Freizeitleben interessant und abwechslungsreich nicht nur am Leben zu erhalten, sondern mit immer neuen Ideen und Projekten attraktiv zu gestalten. Ich wünsche Frau Richter und allen Mitgliedern im Verein viele Interessierte, die die Angebote nutzen und auch Menschen, die sich künftig fürs Ehrenamt im Verein begeistern.“