Pflege als zentrales Zukunftsthema – Ein Erfahrungsaustausch vor Ort

Im beschaulichen Radebeul-West liegt das Hedwig-Fröhlich-Haus. Schmale Straßen, viel Grün ringsum, helle Farben im Haus, Terrassen mit Blumen und ein erster Kontakt mit äußerst freundlichem Pflegepersonal  erwarten die SPD-Bundestagsabgeordnete Susann Rüthrich bereits vor dem Gespräch mit  der Leitung des Hauses. 

Schnell kommen der Leiter der Einrichtung, Herr Markus Zirnstein, und Pflegedienstleiterin Heidrun Schneider mit der Bundestagsabgeordneten ins Gespräch. Herr Thomas Janke, Pflegefachkraft im Wohnbereich 2 des Hauses vervollständigt die Runde mit dem geschärften Blick auf seinen Arbeitsalltag im Wohnbereich der Pflegeeinrichtung.

Pflegedienstleiterin Frau Schneider liegt etwas besonders am Herzen: eine flexiblere Gestaltung der Arbeit für Betreuungskräfte. Denn eine Betreuungskraft ist etwas anderes als ein Altenpflegehelfer. Dieser absolviert eine Ausbildung an einer Berufsfachschule der Altenpflegehilfe und ist vordergründig pflegerisch tätig, weniger in der Betreuung und Aktivierung. Auch für den Bundesfreiwilligendienst hat sie einen Vorschlag: „Wie wäre es, die Zeit, die Bundesfreiwillige in der Pflegeeinrichtung absolviert haben, nachträglich bei der Ausbildung zum Pflegehelfer anzuerkennen?“ so Pflegedienstleiterin Frau Schneider.

Im gesamten Gespräch wird deutlich: Die Verbesserung der Ausbildungssituation in der Altenpflege ist ein wichtiger Schritt hin zur Sicherung der Pflege in der Zukunft. Dies alleine wird aber nicht ausreichen, um ausreichend Fachkräfte zu sichern. Wollen wir mehr Frauen und Männer für den Pflegeberuf gewinnen und dauerhaft binden, sind Zufriedenheit im Beruf, gesellschaftliche Anerkennung sowie Aufstiegs- und Entwicklungsmöglichkeiten zentral. Susann Rüthrich: „Das Sofortprogramm für Pflege kann nur ein erstes Signal sein für Pflegebedürftige, deren Angehörige und den Menschen, die in der Pflege arbeiten. Gut ist, dass endlich die Zahlung von Schulgeld für Gesundheitsfachberufe abgeschafft wird. Um bundesweit eine gute Versorgung in der Pflege rund um die Uhr sicherzustellen, brauchen wir wissenschaftlich evaluierte Personalbemessungsrichtlinien.“

Der Wille ist da. Pflege ist zum zentralen Zukunftsthema geworden, nicht nur in der Politik. Dem entsprechend gilt es, alle wichtigen Akteure im Land mitzunehmen. Nur gemeinsam mit den Kommunen, Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertretern, den Kirchen, Verbänden der Leistungserbringer und Kostenträger sowie Berufsverbänden kann es der Politik gelingen, in einem absehbaren Zeitrahmen konkrete Verbesserungen für Pflegebedürftige und gute Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten in der Pflege zu erreichen.

Seit 60 Jahren ist das Hedwig-Fröhlich-Haus eine Pflegeeinrichtung mit insgesamt 74 Plätzen und gleichzeitig auch Ausbildungsstätte für Altenpflegerinnen und Altenpfleger. In dieser Einrichtung wird frisch gekocht, auf Grund des Haus Salem in der Nachbarschaft (dort werden junge Menschen mit Behinderung betreut), lohnt der Betrieb einer eigenen Küche.

Beim anschließenden Rundgang durchs Haus und bei einem gemeinsamen Kaffeenachmittag mit den Seniorinnen und Senioren des Wohnbereichs 2  kommt die Bundestagsabgeordnete auch mit den zum Teil hochbetagten Bewohnerinnen und Bewohnern  ins Gespräch. Die Freude über Besuch ist am Tisch zu spüren, schnell kommt man ins Gespräch. Das Wichtigste, was alle am Tisch bewegt, ist manchmal auch rückblickend auf das eigene Leben, dass Frieden auf der Welt bleibt.

Ein Blick in die hauseigene Kapelle bildet den Abschluss der Hausführung und des Besuchs. Herr Zinnstein erläutert, dass hier zwei Mal im Monat ein Gottesdienst stattfindet und natürlich alle kirchlichen Feiertage festlich mit den Bewohnerinnen und Bewohnern begangen werden.

Gern kommt die Bundestagsabgeordnete noch einmal in das Hedwig-Fröhlich-Haus nach Radebeul, dann zu einem Praxistag vor Ort, um die Arbeitsbedingungen des Pflegepersonals und der Betreuungskräfte selbst zu erleben.