Susann vor Ort – Unterwegs in der Gemeinde Hirschstein

Diesmal führt mich meine Wahlkreisarbeit „Susann vor Ort“ in die Gemeinde Hirschstein. Sie liegt in einer sehr reizvollen Landschaft linkselbisch zwischen Meißen und Riesa und reicht von der Elbe bis in die Lommatzscher Pflege. Neben dem sicherlich bekannten Schloss auf dem steil abfallenden Felsvorsprung direkt an der Elbe lockt Hirschstein mit vielen interessanten und liebenswürdigen Details.

Einen Eindruck davon vermittelt auch Bürgermeister Conrad Seifert in seinem Grußwort auf der Webseite der Gemeinde Hirschstein. Neben Handwerk und Gewerbe trägt vor allem Landwirtschaft zur positiven Entwicklung der Gemeinde bei.

Im Milchcenter Prausitz, dem größten Arbeitgeber der Gemeinde, erfahre ich viel Neues über industrielle Milchproduktion. Mit großer Leidenschaft berichtet Geschäftsführerin Therese Gierschner-Wallrabe darüber, wie die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Alltag sich darum sorgen, hohe Milchleistung unterstützt durch Mechanisierung, Automatisierung und Digitalisierung und Tierwohl der Kühe unter einen Hut zu bekommen. Natürlich kommen im Gespräch auch die Sorgen der Geschäftsleitung auf den Tisch, durch den Preisdruck der milchverarbeitenden Industrie ständig am Rande der Wirtschaftlichkeit arbeiten zu müssen. Schnell sind wir uns darüber einig, dass sich in der Öffentlichkeit der Wert von Lebensmitteln und die Bereitschaft, einen angemessenen Preis dafür zu bezahlen, ändern muss. Sehr gut finde ich deshalb das Engagement, Kindern und Jugendlichen  Wissen und Eindrücke über die Arbeit des Milchcenters zu vermitteln.

Landwirt Göran Schultze und seine Frau Anja zeigen mir auch Ihren Ende vorigen Jahres neu eröffneten Bio-Laden „Vorratskammer Unverpackt“ im Ortsteil Heyda. Hier gibt es Lebensmittel von Biobetrieben aus der Region. Und das alles ohne Verpackung. Auf diese Weise wollen sie persönlich zu Müllvermeidung einen Beitrag leisten. Hier soll neben dem ökologischen Landbau ein weiteres Standbein ausgebaut werden. Die Anregung hierzu holten sich Schultzes aus den alten Bundesländern. Außerdem baut die Familie auch mit Fördergeldern den ehemaligen Gutshof in der Mitte des Ortes aus und um. Frau Schultze ist im Immobilienmarkt tätig, führt zudem ein Reinigungsunternehmen, engagiert sich ehrenamtlich im Stadtrat und arbeitet im Unverpackt-Bio-Laden mit.

Bürgermeister Conrad Seifert öffnet mir als Hausherr das Schloss Hirschstein. Das Schloss hat in seiner wechselvollen Geschichte unzählige Besitzer gehabt. Zum Ende des 2. Weltkrieges war hier die belgische Königsfamilie interniert. Seit 2013 befindet sich das Schloss im Besitz der Gemeinde. Während eines kleinen Rundganges im Schloss erzählt Herr Seifert viel über die Anstrengungen, das Kleinod in Schuss zu halten, nach und nach zu sanieren,  dem Schloss Leben einzuhauchen und das Konzept für zukünftige Nutzung weiterzuentwickeln.

Wir haben die Zeit auch genutzt, um über ganz aktuelle Themen der Kommunalpolitik zu sprechen. Von ländlicher Raum über kommunale Selbstverwaltung mit echten finanziellen Spielräumen bis hin zu baurechtlichen Fragen hat mir der Bürgermeister einiges in meinen Rucksack nach Berlin gepackt.

Ein spannender, interessanter und vielseitiger Tag mit tiefen Einblicken. Beeindruckt haben mich die Menschen, die ich kennen lernen durfte. Wie sie mit Enthusiasmus, Einsatzbereitschaft und viel harter Arbeit für Ihre Gemeinde auf Achse sind. Vielen Dank.