Was der Internationale Frauentag 2021 mit dem Entwurf eines Bundesgesetzes über die unternehmerischen Sorgfaltspflichten zur Vermeidung von Menschenrechtsverletzungen in Lieferketten zu tun hat

Das Bundeskabinett hat den Entwurf des o. g. Sorgfaltspflichtengesetzes beschlossen. Nach dem Gesetz sollen große in Deutschland ansässige Unternehmen prüfen, ob sich ihre geschäftlichen Aktivitäten nachteilig auf Menschenrechte auswirken und angemessene Maßnahmen zur Prävention und Abhilfe ergreifen.

Zeitgleich ruft um den Weltfrauentag am 8. März TransFair e.V. zur Rosenaktion „Flower Power – Sag es mit fairen Rosen“ <https://www.fairtrade-deutschland.de/aktiv-werden/aktuelle-aktionen/rosenaktion-2021>  auf. Mit privaten Blumengrüßen, Rosenaktionen und Pop-Up-Stationen in ganz Deutschland setzen Aktive ein Zeichen für Frauenrechte und den fairen Handel mit Rosen.

Der Großteil der Schnittrosen stammt aus Ostafrika. In Kenia, Tansania und Äthiopien ist die Blumenindustrie einer der wichtigsten Arbeitgeber, insbesondere für Frauen. Auf vielen Farmen prägen schlechte Arbeitsbedingungen, Geschlechterdiskriminierung, Überstunden und ein unzureichender Gesundheitsschutz noch immer den Arbeitsalltag der Beschäftigten.

Es braucht einen langen Atem und viele Wege, um Geschlechtergerechtigkeit auf der systemischen und kulturellen Ebene anzugehen. So belegt eine neue Studie <https://www.fairtrade-deutschland.de/service/newsroom/news/details/gender-studie-bestaetigt-fairtrade-foerdert-gleichstellung-von-frauen-trotz-struktureller-und-kultureller-hindernisse-6388>  trotz dieser Herausforderungen die Wirkung der Fairtrade-Standards und der Gender-Programme. Die größten Fortschritte gab es bei der verbesserten Teilhabe und Einbeziehung von Frauen in die Abläufe der Organisationen. Ein besonders erfolgreicher Ansatz ist die „Women´s School of Leadership“, die nach dem Train-the-Trainer-Prinzip durchgeführt wird: Hier bilden sich Frauen und auch Männer in verschiedenen Themen-Modulen weiter – von Menschenrechten, über Finanzbuchhaltung bis hin zu Auftritt und Selbstbehauptung. In der Blumenindustrie stärkt Fairtrade Frauen insbesondere durch faire Arbeitsbedingungen, bessere Löhne, Mutterschutz und Schulungsangebote. Schritt für Schritt erreichen Frauen so ökonomische und soziale Unabhängigkeit.

Mit diesem beschlossenen Gesetzentwurf wird es künftig klare Regeln und Rechtssicherheit für Unternehmen und besseren Schutz von Menschenrechten geben, NGOs und Gewerkschaften erhalten die Möglichkeit, Betroffene vor Gericht zu vertreten. Eine effektive Kontrolle durch das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle wird die betroffenen Unternehmen bei der Umsetzung des Lieferkettengesetzes aktiv unterstützen, die Einhaltung des Gesetzes kontrollieren und bei Verstößen Zwangs- und Bußgelder verhängen.

Susann Rüthrich: „Auch die Rechte der Frauen aus Ostafrika, die auf den Farmen der Blumenindustrie arbeiten und deren Waren auch für den deutschen Blumenmarkt produziert werden, erhalten künftig mehr Schutz. Die Bedrohung der Menschenrechte von Frauen und Mädchen sind in den globalen Liefer- und Wertschöpfungsketten besonders vielseitig und komplex. Dort, wo freiwillige Selbstverpflichtung nicht wirkt, müssen wir die Unternehmen in die Verantwortung nehmen und damit für Rechtssicherheit und fairen Wettbewerb sorgen. Ein europaweites Lieferkettengesetz auf den Weg zu bringen,  ist nun der weitere Meilenstein.“

Herzliche Gratulation allen Frauen und Mädchen zum Weltfrauentag am 8. März 2021 und „faire Blumengrüße“ nicht nur an diesem Tag!